Einen Kräutergarten für den Balkon anlegen

Ein Kräutergarten auf dem Balkon oder der Terrasse ist nicht nur etwas für alle, die auch in der Stadt einen Garten anlegen wollen, sondern vor allem auch für praktisch Denkende: Damit lassen sich die Küchenkräuter schließlich von Frühling bis Herbst ganz einfach frisch und selbst ziehen. Friert man die überschüssigen Kräuter zudem noch ein, hat man das ganze Jahr etwas davon!

Doch wie immer bei der Terrassen- und Balkongestaltung sollten Sie nicht einfach in den Baumarkt fahren und nach Lust und Laune zusammenkaufen, sondern sich erst einmal überlegen:

  • Welche Kräuter sind für Balkone überhaupt geeignet?
  • Welche Balkonausrichtung ist für welche Kräuter ideal?
  • Welche Bepflanzungsmöglichkeiten gibt es?
  • Was gibt es bei der Pflege das Jahr über zu beachten?

Balkontaugliche Kräuter auswählen

Beliebte Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian und Co. lassen sich gut in Töpfen oder Pflanzkübeln züchten. Auch Basilikum und Petersilie sind dankbare „Balkonbewohner“, brauchen aber etwas mehr Pflege und Düngung, außerdem reagieren sie schnell empfindlich auf zu viel oder zu wenig Nässe. Praktisch für den Balkon ist auch Minze, es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen Sorten für unterschiedliche Geschmäcker. Tiefwurzelnde Kräuter wie Estragon und Eberraute dagegen sind für den Balkon nicht geeignet, sie haben oft schon nach einer Saison in Pflanzkübeln und Töpfen keinen Platz mehr.

Die Balkonausrichtung und der Kräutergarten

Auf einem südseitigen Balkon fühlen sich vor allem mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Oregano wohl. Generell kann man sagen, dass verholzende Arten – dazu zählt auch Lavendel – die Sonne besonders lieben. Auf einem Südbalkon sollte allerdings natürlich öfter gegossen werden. Empfindlichere Kräuter wie Petersilie dagegen fühlen sich auf anderen Balkonausrichtungen eher wohl.

Bei einem Balkon mit Nordausrichtung sollten Sie damit rechnen, dass Sie öfter düngen müssen. Hier sollten Sie sparsamer gießen, um Staunässe zu vermeiden.

Ost- und Westbalkone wiederum bieten in der Regel für einen Mix unterschiedlicher Kräuter die besten Bedingungen, da sich Sonne und Schatten angenehm abwechseln.

Wo pflanzt man Kräuter am Balkon am besten ein?

Große Pflanzbehältnisse mit 10 bis 15 Litern Erde bieten Platz für unterschiedliche Kräuter, sind aber aufgrund des Gewichts nur schwer beweglich. Wenn Sie Ihre Kräuter in Töpfe pflanzen, bleiben sie mobiler: So können Sie empfindlichere Arten in den heißen Monaten an geschütztere Orte stellen oder Pflanzen, die gerade von Schädlingen befallen sind, von den anderen abschotten. Je kleiner die ausgewählten Töpfe sind, desto öfter müssen Sie allerdings mehrjährige Kräuter umtopfen!

Plastiktöpfe sind zwar leichter, aber undurchlässig, Ton und Terrakotta dagegen lassen die Luft besser zirkulieren und nehmen Wasser auf. Was die Erde betrifft, brauchen vor allem mediterrane Kräuter sandige und durchlässige Böden, hier sollten Sie zur Drainage Sand oder Kies mit der Erde vermischen.

Wenn Sie viel Platz haben auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse, bietet es sich an, eine Kräuterspirale anzulegen, die ideale Bedingungen für unterschiedliche Kräuter verspricht. Platzsparend dagegen sind Pflanzenkübel, die sich an der Wand oder am Geländer befestigen lassen. Beliebt sind mittlerweile auch sogenannte Kräuterampeln, bei denen mehrere Pflanzbehälter übereinander aufgehängt werden. Wie Sie sehen, können Sie die Bepflanzung also auch in Design und Gestaltung einbeziehen, auch für die moderne Terrassengestaltung finden sich ideale Lösungen.

Die Pflege des Kräutergartens am Balkon durch das Jahr

Gießen: Ist natürlich besonders wichtig am Balkon, v.a., wenn die Kräuter nicht genug Regenwasser abbekommen. Allerdings sollten Sie auch nicht zu viel gießen, denn Staunässe führt dazu, dass Pflanzen faulen und absterben. Gerade wenn es darum geht, wie Ihr Balkon im Urlaub bewässert wird, sollten Sie beachten, dass weder zu viel noch zu wenig gegossen wird.

Düngen: Ist am Balkon noch sehr viel wichtiger als bei einem Kräutergarten in der Erde – im Herbst und Winter ist es allerdings nicht notwendig. Auch an sonnigen Standorten können Sie sich beim Düngen zurückhalten, eine Ausnahme dabei ist Basilikum, das einen hohen Nährstoffbedarf hat.

Winterschutz: Kräuter, die nicht winterhart sind, sollten Sie drinnen überwintern, am besten an einem kühlen Ort wie dem Stiegenhaus. Für robustere, vor allem verholzte Kräuter, sollten Sie für guten Winterschutz sorgen, d.h. diese etwa auf Styropor stellen und mit Jute oder Folie gut einwickeln. Je größer die Pflanzbehältnisse sind, desto eher überstehen die Pflanzen den Winter!

Stutzen/Schneiden: Verholzte Stöcke sollten im Frühjahr zurückgeschnitten werden, d.h. die Triebe des Vorjahres sollten gekürzt werden, um den Austrieb zu fördern. Bei nicht verholzten Kräutern wie Petersilie, Basilikum und Schnittlauch sollten Sie die Triebe zur Gänze nutzen, nicht nur die Spitzen, um auch hier das Nachwachsen zu fördern.

Schädlinge: Bei der Schädlingsbekämpfung sollten Sie auf biologische Mittel zurückgreifen, wenn Sie Ihre Kräuter weiterhin essen wollen. Dafür bieten sich besonders Schmierseife-Lösungen an. Wenn möglich, sollten Sie erkrankte Stöcke auch von den gesunden isolieren, indem Sie sie etwa wegstellen.

Wie Sie sehen, gibt es bei der Zusammenstellung eines Kräutergartens am Balkon vieles zu beachten. Wenn Sie dabei Hilfe benötigen, nehmen Sie doch einfach mit mir Kontakt auf!